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  • Lisa Noser

Das behalte ich für den Fall der Fälle - oder doch nicht?


Wer kennt es nicht, du bist gerade dabei, deinen Kleiderschrank auszuräumen, du hast dir den grossen Entschluss gefasst nun alles gründlich durchzugehen und dich von Dingen zu trennen. Soweit schon mal ein grosses Kompliment, nicht jeder schafft diesen Schritt. Nun hast du deinen Stapel Hosen vor dir. Sagen wir mal es sind 10 Paar Hosen. Du gehst sie durch. Deine Lieblingsjeans kommt natürlich auf den "Behalten-Stapel" dazu die speziell schöne Hose für den Restaurantbesuch mit dem Geschäft und dann kommen 8 Paar Hosen, welche nicht mehr gut passen, welche ein Loch haben, welche ausgeleiert sind und welche du vielleicht gar nicht mehr so schön findest. Eigentlich ganz klar - die kommen weg - oder doch nicht? Ach ja - da gab es ja noch den Fall der Fälle.


Der Fall der Fälle kann Folgendes sein:

- Falls ich mal eine schmutzige Gartenarbeit habe

- Falls ich mal meine Wände streichen muss

- Falls ich mein lange geplantes Heimwerkprojekt, dann doch ausführen werde

- Falls ich dann doch noch 10kg abnehme

- Falls sich mein Kleidungsstil verändert

- Falls ich mal länger nicht waschen kann

- Falls wir spontan ein Geschenk brauchen

- Falls ich dann doch mal wieder nähen werde

- Falls ich dann mal wieder Zeit habe für das Puzzle, welches schon lange im Schrank liegt

- Falls wir mal viele Gäste haben

- etc.





Dies Fälle können in unserem Denken alle realistisch auftauchen. Hierzu möchten wir gewappnet sein, wir möchten uns sicher sein, dass wir für alle Fälle gut ausgerüstet sind. Dies ist auch völlig legitim. Wir leben in einer Gesellschaft, in welcher Sicherheit sehr wichtig ist. Wir versuchen möglichst unsichere Situationen zu vermeiden und uns für diese vorzubereiten. Es stellt sich jedoch ganz klar die Frage, wie verhältnismässig diese Situationen und das Aufbewahren verschiedenster Dinge dafür ist. Natürlich kann es vorkommen, dass du deine Wand neu streichen willst, dafür Kleidung brauchst, um welche es nicht zu schade ist, wenn sie schmutzig wird. Aber ich denke hierfür reicht eine "Fall-der-Fälle"-Hose vollkommen aus, denn die meisten von uns können mehrmals pro Woche waschen und so ist die Hose nach kurzer Zeit auch schon wieder einsatzbereit und sie kann auch getragen werden, wenn sie schon Flecken hat, also auch mal 2 oder 3 Tage, wenn dein Heimwerkprojekt länger dauert. Oder wie sieht es mit deinem bevorstehenden Nähprojekt aus. Brauchst du hierfür 20 verschiedene Stoffe an Lager? Ist die Vorstellung nicht viel schöner, ein Projekt zu planen und dir dann den perfekten Stoff und Faden dazu zu besorgen? So hast du für dein neues T-Shirt auch den Stoff, welcher gerade zu dir passt und die Wahrscheinlichkeit, dass du es tragen wirst ist deutlich grösser, als wenn du einen Stoff nimmst, der halt noch so zu Hause herumliegt, aber dir gar nicht mehr so gut gefällt. Oder die Situation mit dem vielen Geschirr und Besteck, wie häufig hast du denn 16 Gäste zu Besuch, damit du all dein Besteck und Geschirr brauchen kannst? Wäre es da nicht sinnvoller etwas weniger zu besitzen, da die Hälfte sowieso nur immer im Kasten steht? Und wenn du dann wirklich mal 16 essende Gäste zu Besuch hast, dann leiht dir dein Nachbar sicher gerne ein paar Gabeln und Messer aus.


Wenn wir uns mit unseren Gegenständen auseinandersetzen und uns diese Fälle genau überlegen und durchdenken, merken wir schnell, dass wir uns von vielem einfacher trennen können. Somit braucht es manchmal nur eine kleines Gedankenexperiment und es fällt uns deutlich leichter.


Hinzu kommt, dass wir uns im Fall der Fälle genau überlegen können, was wir brauchen und auch genau wissen, was wir denn besitzen und so Fehlkäufe vermeiden können. Somit sparst du sogar noch Geld und Zeit beim Aussortieren deiner "Fall der Fälle"-Gegenstände.


Ich wünsche dir viel Spass beim genaueren Betrachten deiner "Fall der Fälle"-Gegenstände und beim erfolgreichen Trennen davon. Fällt es dir nach wie vor schwer? Ein auf dich individuell zugeschnittenes Ordnungscoaching kann dir dabei helfen. Melde dich ungeniert bei mir, ich unterstütze dich gerne.

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